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"Aus der Tradition schöpfen wir die Kraft für die Zukunft"

Der HSVM – ein Vorreiter zeitgemäßen Hundesports.


Zur Geschichte des Vereins
Am 15. September 1913 von Hundefreunden aus Dürrmenz und Mühlacker als "Verein für Hunde-
sport Dürrmenz-Mühlacker" gegründet, 1956 nur noch auf dem Papier existierend und 1963 von einigen wenigen Idealisten wieder aktiviert, das ist bis zu diesem Zeitpunkt die durchaus normale Geschichte eines Hundevereins. Der Sprachge-
brauch wie "Dressur" und "Abrichtung" von Hun-
den, eine aus der heutigen Sicht negativ belegte Wortwahl, signalisierte die rüden Ausbildungsme-
thoden. Der Lieblingsbegriff unserer heutigen Ge-
sellschaft, das Wort "Spaß", hatte in der Hunde-
szene der 50er Jahre nichts zu suchen.

Das änderte sich ab dem Jahre 1963 in Mühlacker radikal. Nun wurde der Satz "Aus der Tradition schöpfen wir die Kraft für die Zukunft" mit richtungsweisenden Inhalten ausgefüllt. Die Vereinsleitung wusste genau, was man bei der Aktivie-
rung des HSVM nicht wollte, nämlich einen Hundesportverein alter Prägung mit Gewaltmethoden in der Ausbildung und mit verkrusteten Strukturen in der Ver-
einsleitung. Man wollte den gesellschaftlichen Wandel und damit einhergehend eine junge Mitgliederstruktur sowie die Öffnung des Übungsbetriebes für einen möglichst breiten Querschnitt an Hundearten Hundehaltern.



Aber wie war die Zukunft zu gestalten? Vorbilder gab es recht wenige bzw. waren nicht bekannt. Das hieß für die Visionäre des Vereins: Überlegungen anstellen "Wie kann der Hundesport der Zukunft aussehen?", "Ist Ausbildung ohne Zwangseinwirkungen auf den Hund überhaupt möglich?", "Welche Hunde-
halterschichten wollen wir in den Verein ziehen?", "Wie kommen wir an die Jugend heran" und "Wie ist das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit mit positiven Attributen zu besetzen?" Man musste also ständig das "Ohr am Puls der Zeit" haben, Trends richtig einschätzen und Stehvermögen in der einmal eingeschla-
genen Linie zeigen, damit sich der HSVM dynamisch in Richtung "Zukunftsi-
cherung" voranbewegen konnte.

Mit der Einführung des Turnierhundesportes (THS) im Jahre 1972, der in allen seinen sportmotorisch aufgebauten Disziplinen (Hindernislauf, Slalomlauf, Hürden-
lauf, Geländelauf mit dem Hund, "CSC", "QSC" und "Shorty") seinen Ursprung beim HSVM hat, konnte der Verein ab disem Zeitpunkt endlich eine Sportart in seinem Angebot vorweisen, die es ermöglichte, eine ganz andere, viel breitere Schicht von Hundehaltern anzusprechen.

Die Entwicklung des HSVM wurde auf Grund der optimalen Rahmenbedingungen im Verein zu einem Selbstläufer; sie ist allein schon an den rasch steigenden Mitgliederzahlen abzulesen: 1963 = 12 , 1972 = 66, 1988 = 238 (in diesem Jahr feierte der Verein ganz groß sein 75-jähriges Bestehen), 1998 = 662 und 2002 = 887 Mitglieder, davon 138 Jugendliche. Auch die Frequenz an Hundefreunden, die durch die Programmvielfalt zum HSVM stoßen und sich mit ihrem Hund auf den Sportgeländen bei Spiel und Spaß tummeln, stieg an.

Wegweisende Aktionen des swhv in Richtung "bessere Akzeptanz für die Hun-
dehaltung" hatten ihren Ursprung in Mühlacker und wurden dort der Öffentlich-
keit
vorgestellt. "Alex gut Freund mit der Post", "Zwei Freunde – ein Team"
(Vorstellung des Team-Test) sowie "Bello erziehen bei Spiel und Spaß" haben in für die Hundehaltung kritischen Zeiten Signale gesetzt und wurden von den Medien viel beachtet.




Auch an hundesportlichen Großereignissen mangelte es nicht: 1972 fiel im Rahmen der swhv-Jubiläums-Siegerprüfung für Schutzhunde mit dem "1. Frei-
zeit-Turnier für Hunde aller Rassen und Größen" der Startschuss für die Ein-
führung des Turnierhundesportes (THS). Und im Jahre 1988 zeichnete sich der HSVM als Gastgeber für die THS-Meisterschaften des swhv aus. Für beide Verbandsmeisterschaften war das Käppele-Stadion in Mühlacker die Austra-
gungsstätte.


Schon legendär sind die spektakulären Hindernislauf-Turniere des HSVM. Im Jahre 1986 gingen beispielsweise 338 Kinder, Jugendliche, Aktive und Senioren beiderlei Geschlechts an den Start; viele Vereine wollten einfach dabei sein und entsandten ihre besten Teams. In diesem Jahr hielt auch erstmals die Elektronik im Hundesport Einzug (Zeitmessung, Auswertung).

Im Bereich THS war der HSVM über neun Jahre federführend für die Wettkampf-
serie "THS top 3". Ziel der Initiative war es, dem leistungsorientiert agierenden Team optimale Wettkampf-Vorausetzungen für Leistungsvergleiche der Spitzen-
klasse auf Deutschlandebene zu schaffen. Das Konzept ging auf, die Wettbe-
werbe von "THS top 3" wurden als inoffizielle Deutsche Meisterschaften gese-
hen. Mit der ab dem Jahre 2002 alljährlichen Austragung von THS-DM durch den dhv hat sich der Förderkreis aus dem Wettkampfgeschehen zurückgezogen.



Der HSVM arbeitet und agiert schon immer in Richtung "bessere Akzep-
tanz des Hundesportes in der Öffentlichkeit". Zahl-
reiche Vorführungen des HSVM in großen Hallen (z. B. in der Schleyer-Halle in Stuttgart oder in der Olympia-Halle in München), in großen Stadien und auf Messen quer durch ganz Deutschland vermittelten dem Publikum den gewalt-
frei angelegten, tier-
schutzgerechten Hunde-
sport Mühlackerer Prägung, der sich an vollkommen neuen Inhalten orientiert.


Die Stationen der ausbilderischen und sportlichen Entwicklung des Vereins in der Chronologie ihrer Einführung beim HSVM:

1963 Neubeginn mit Schutzhunde-Ausbildung.
1966 Basis-Ausbildung, damals einfache Form.
1972 Turnierhundesport, zunächst nur Hindernislauf-Turniere.
1981 Begleithunde-Ausbildung (erst damals Einführung durch VDH)
1995 Agility-Trainings-Gruppen.
2000 Kinder-Trainings-Gruppe, Förderung der Kind-Hund-Beziehung.
2001 Clicker-Trainings-Gruppe.
2002 Trainingszirkel ABG (Allgemeine Beschäftigungs-Gruppe).


Alljährlicher Höhepunkt besonderer Gewichtung ist die Ausrichtung des Ver-
bandstages des swhv
. Diese wurden schon im Jahre 1956 durch den HSVM in die Senderstadt geholt. Seit diesem Zeitpunkt ist Mühlacker ständiger Tagungs-
ort der größten deutschen Hundesport-Organisation auf Länderebene und der HSVM im "Mühlehof" Gastgeber für über 600 Vereinsvertreter aus Baden-Würt-
temberg und aus der Pfalz.


Die HSVM-Jugendarbeit ist im Vereinsgeschehen eine feste Konstante. Der erste Jugendliche fand 1968 den Weg in den HSVM; einige wenige stießen dazu. Ab dem Jahre 1972 (Einführung des THS) änderte sich dies: Der Jugendanteil an den Mitgliederzahlen stieg steil an und beträgt heute rund 15 Prozent am Ge-
samtbestand. Um der Jugend den erforderlichen (auch rechtlichen) Freiraum zu schaffen führte der HSVM schon im Jahre 1984 die Jugendselbstverwaltung ein.

Wie wichtig die Vereinsleitung die Jugendarbeit erachtet, geht daraus hervor, dass im Jahre 2002 unter großen finanziellen Anstrengungen ein Jugendraum (mit Vereins-Büro) an das im Jahre 1994 erstellte Vereinsheim angebaut wurde. Das alte Vereinsheim, das nahe der Enz stand, wurde beim verheerenden Weih-
nachts-Hochwasser 1993 von den Fluten umgerissen. Ein Glück, dass zu diesem Zeitpunkt bereits das neue Vereinsheim beim Festplatz genehmigt war.

Der Verein hatte das Glück, dass er ab dem Jahre 1963 von nur drei Vorsitzen-
den
geführt wurde und somit die Voraussetzungen für eine dauerhafte Kontinui-
tät in der Vereinsentwicklung gegeben war. Von 1963 bis 1965 führte Edmund Martini den HSVM; nach seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen über-
nahm Hans Heidinger die kommissarische Vereinsleitung und wurde im Februar 1966 zum Vorsitzenden gewählt. Er brachte sich dann bis März 2002 als erster Vorsitzender in den HSVM ein; bei der Bewältigung der Aufgabenfülle stand ihm eine junge, pflichtbewußte Verwaltung zur Seite. Für seine Verdienste wählte die Jahreshauptversammlung 2002 Hans Heidinger zum Ehrenvorsitzenden.

Sein Bruder Rudolf, der mit ihm den Verein aufgebaut und sich als großer Förde-
rer des HSVM Verdienste erworben hat, wurde zum Ehrenmitglied ernannt (im Jahr 2000). Die gleiche Ehrung erfuhr Rudolf Tomann (im Jahr 2002), der eben-
falls zu den verdienten Männern der "ersten Stunde" gehört.

Reinhold Roller ist nun im Zeitraum von 40 Jahren der dritte Vorsitzende; er über-nahm im März 2002 nach einjährige Vorbereitung durch den Arbeitskreis "Neue Strukturen" die Leitung des HSVM als 1. Vorsitzender. Er wird unterstützt durch eine tatkräftige Vereinsleitung sowie weitere Mitarbeiter/innen, welche die im Organisationsplan "Neuen Strukturen" festgelegten Positionen mit Leben aus-
füllen.
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